Qualityland – das Känguru hat einen Nachfolger!

Cover:
Das Cover ist bewusst einfach gehalten und wenn man nicht wüsste, was Marc-Uwe Kling schreibt, man könnte von einem ernsten Buch ausgehen.
Zudem ist das Buch mit einem dunklen Einband (für Apokalyptiker) und mit einen hellen Einband (für Optimisten) erhältlich. Der Autor hat sich etwas besonderes ausgedacht: Da es in seinem Roman um »Personalisierung und ihre Absurditäten« geht, bekommt man, abhängig vom Einband, verschiedene Empfehlungen und Werbung zwischen den Kapiteln. Am Ende der Geschichte wurde ein Link eingefügt, mit dem man zur Werbung der anderen Ausgabe kommt.

Inhalt:
Lange hat es gedauert – viel zu lange, bis endlich ein neues Buch vom Erfinder des kommunistischen Kängurus kam.
Doch jetzt ist Qualityland da, und wieder einmal ist sich Marc-Uwe Kling treu geblieben. Mit zielsicheren Pointen und der stets dahinter schwelenden Sozialkritik bringt er einen sowohl zum Lachen, als auch zum Nachdenken.

Dabei sind viele Gedanken absurd und doch irgendwie schlüssig. So erfahren wir, das in Qualityland nur noch superlativen erlaubt sind. Man ist nicht gut – man ist der Beste! Es gibt keinen sehr guten Rezessionen mehr – es gibt nur die besten Rezessionen. Das kann man dem Autoren sicher Wünschen.
Und da es in Qualityland nur eine erlaubte Antwort gibt, ist das OK.

Doch Qualityland ist eine Zukunftsvision, die einem abseits von all dem klamauk durchaus nachdenklich macht. So gibt es einen Versandhandel names »TheShop«, der einem Dinge liefert, die man nicht bestellt hat, weil es die Algorithmen anhand des bisherigen Verhaltens so bestimmen.

Nachnamen der Söhne werden durch den Beruf des Vaters bestimmt, die der Töchter nach dem der Mutter. So kann es den »Michael Altenpfleger«, »Hendrik Softwareentwickler« oder auch Peter Arbeitsloser« geben.

Peter Arbeitsloser ist so etwas wie die Hauptfigur, der im laufe des Romanes versucht gegen das System zu rebellieren. Er versteck einfach die Geräte, die er verschrotten soll im Keller.

Seinen digitalen Assistenten hat Peter den sinnvollen Namen »Niemand« gegeben. So ist »Nimand« für ihn da, »Niemand kümmert sich um ihn« und »Niemand« sucht ihm die ideale Partnerin. Peter ist wirklich nicht zu beneiden.

Fazit:
Marc-Uwe Kling in Höchstform! Seine Gesellschaftkritik ist eine bewusste Überzeichnung der aktuellen Möglichkeiten und beschreibt, was passieren kann wenn die Digitalisierung überhand nimmt.
So darf man hinterher durchaus skeptisch sein, ob es sinnvoll ist, wenn einem das Denken von Algorithmen abgenommen wird.
Der Roman reget – neben vielen Lachern für das Zwerchfell – auch dazu an, über das eigene Verhalten mit den eigenen Daten nachzudenken.